Das Wort des Präsidenten

Geschätzte Kameradinnen und Kameraden, liebe Freunde der OG Biel-Seeland

Chers et chères camarades, chers amis de la SO Bienne-Seeland

 

In diesen Tagen wurde und wird viel über den Einsatz der Armee berichtet. Wie nicht anders zu erwarten, tauchen nach der bekannten Euphorie schon wieder die ersten tatsachen­fremden Kritiken auf. Man kann sich ärgern, wenn die auch von den eigenen Abgaben finanzierte SRG-Journalistin nicht verstanden hat, dass die Kantone Leistungen einfordern und nicht die Armee von sich aus aktiv wird («Ist der Corona-Armeeeinsatz nur teure Werbung?», SRF, 1. Mai 2020). Oder man kann sich freuen, dass mit Georg Häsler endlich wieder ein äusserst kompetenter Milizoffizier (Oberstlt) die Inlandredaktion der NZZ verstärkt («Das Krisen-Training ist seit je gründlich, aber stark politisiert», NZZ, 12. Mai 2020).

Pour cette raison, et aussi parce que nous faisons rapport sur l’engagement de l’armée ailleurs dans ce bulletin, je vais donc faire un rapport du monde civil plutôt que de l'environnement militaire. Après tout, nous ne sommes pas seulement des citoyens en uniforme, mais aussi des officiers en civil, comme l'écrivit merveilleusement le plt Maximilian Stoller dans le numéro actuel du « Schweizer Soldat » (« Offizier mit Feuer und Verstand », Mai 2020).

«Sie sind doch Generalstabsoffizier? Das muss jetzt dringend jemand in die Hand nehmen!» Ich hatte meine neue Stelle an der Universität Luzern gerade einmal einen Monat inne, als ich am Wochenende des 7. März vorgewarnt wurde: am Montag warte eine besondere Aufgabe auf mich. So wurde ich zur Sitzung des Universitären Krisenstabs – unter der zivilen Bezeichnung «AG Corona» um 0815 geladen. Die Zeit drängte, der Eskalation in Italien folgten wir gebannt in den Medien. Spanien kündigte an, die Hochschulen zu schliessen. Die Absicht des Rektors, Prof. Dr. Bruno Staffelbach und einst als Milizoffizier Kommandant einer Infanteriebrigade, war klar: unsere Universität soll für alle Eventualitäten bereit sein. Sein Stellvertreter, ebenfalls gestandener Milizoffizier, führte die «AG Corona» nach den bewährten Regeln der Stabsarbeit. Der Auftrag an mich: stellt die digitale Weiterführung des Lehrbetriebs sicher. Um 0930 zur Sitzung unter meiner Leitung versammelten sich gut zehn Fachpersonen wie Informatiker, Didaktikerinnen, Dozentinnen und Manager. Zum Glück fand die Sitzung nicht im selben Gebäude statt – die fünfminütige Verschiebung gab mir Zeit, die Sitzung zu planen.

Je ne suis ni un expert en didactique digitale ni en systèmes informatiques. Mais heureusement, je pus compter sur des personnes très compétentes dans ces domaines. Ma réalisation consistait alors en ce que fait habituellement un officier d'état-major général : en tant que généraliste, il crée les conditions pour que les compétences des spécialistes travaillent dans l'intérêt du commandant - ou dans ce cas, du recteur. Le reste n'est pas un travail d'état-major général, mais de conduite, comme chaque officier l'apprend. Reconnaître les points forts de l’individu et lui permettre de les mettre en valeur. Anticiper les risques et prendre des mesures en temps utile (à dire, ma première action fut de réduire l'équipe à trois personnes). Rassembler les gens et les orienter vers un but commun.

Während an anderen Universitäten noch Petitionen für die Digitalisierung der Lehre gesammelt wurden, wechselte die Universität Luzern nahtlos in den digitalen Betrieb. Nicht nur Vorlesungen und Seminare, auch Sitzungen und Kaffeepausen fanden 7 Tage nach der Auftragserteilung flächendeckend im virtuellen Raum statt.

Ma contribution ne fut que ponctuelle, et à ma place, un autre officier aurait fait de même avec ces personnes. Ce qui ne peut être remplacé, cependant, ce sont les expériences humaines et les processus de travail qui ont été appliqués. Le langage commun montra à quelle vitesse les deux se répandirent dans cet environnement tout à fait civil. La direc­trice de l’administration présenta les variantes avec une évaluation. Ma cheffe parla de tactique de mission. Le responsable des sports universitaires présenta son appréciation du problème et l’analyse de la mission (seul le logo sur les formulaires était différent). Les mesures d'urgence et les planifications prévisionnelles firent soudain partie du vocabulaire standard.

Der Vorstand der OG hat in einer ausserordentlichen Sitzung geprüft, wie wir als Offiziersgesellschaft auf die aktuelle Lage reagieren. Mit einem Inserat im Bieler Tagblatt und im Journal du Jura, verstärkt über Facebook, haben wir unseren Dank und unsere Anerkennung den dienstleistenden Offizieren, Unter­offizieren und Soldaten gegenüber zum Ausdruck gebracht. Statt neben Homeoffice, Homeschooling und Homescouting (tatsächlich!) nun auch noch Home-OG-ing zu betreiben, kamen wir jedoch zum Schluss, auf ein zusätzliches digitales Programm zu verzichten. Stattdessen hoffen wir, mit der fortschreitenden Entspannung bald wieder zu jenen Aktivi­täten zurückzukehren, die den zwischenmenschlichen Aus­tausch besser ermöglichen als jede virtuelle Plattform. Das Programm in der zweiten Jahreshälfte werden wir nach Bedarf kurzfristig anpassen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass die geplanten Anlässe gemäss Seite 13 – und allen voran unseren Höhepunkt, die Soirée Gala, durchzuführen. Ich freue mich mehr denn je, Euch am 19. September 2020 im Restaurant Palace persönlich zu begrüssen. Mit dem militärischen Gruss kennen wir von alters her eine adäquate Begrüssung.

 

Kameradschaftliche Grüsse – salutations cordiales

Maj i Gst Patrick Hofstetter

Président SO Bienne-Seeland