Das Wort des Präsidenten

Geschätzte Kameradinnen und Kameraden, verehrte Inserenten


Bereits ist fast die Halbzeit im Jahr 2018 erreicht. Mit welchen Gefühlen können Sie zurückblicken und welche Herausforderungen stehen noch an? Global gesehen hat sich mehr und weniger Erwartetes ergeben.
So hat auf der koreanischen Halbinsel eine nie dagewesene Charmeoffensive zwischen Nordkorea und Südkorea sowie den westlich orientierten Staaten begonnen. Ist dies nun Präsident Trump zu verdanken, welcher ein raffinierterer Staatsmann ist, als man gedacht hat? Oder ist die – aus westlicher Sicht - Rückkehr Kims zur Vernunft lediglich Glück oder Kalkül?
Der andere hochstilisierte Gegenspieler des Westens, das wiedererstarkte Russland senkt erstmals seit 20 Jahren sein Armeebudget. Auch hier ist die Frage, ob es sich wirklich um Konsequenzen aus der angeschlagenen Wirtschaft handelt oder ob sich der wiedererstarkte russische Bär entsprechend positioniert hat und sich die Nachbarstaaten sowie der Westen wieder in Sicherheit wiegen können.
Kann man als Fazit also sagen, dass unsere Welt sicherer beziehungsweise friedlicher wird? Wohl kaum ...
Durch die Türkei und generell im arabischen sowie im asiatischen Raum wird nach wie vor intensiv aufgerüstet. Der Konflikt in Syrien, welcher teils Stellvertreterkrieg ist und teils direkt von verschiedenen Parteien (auf der einen Seite den USA, Grossbritannien und Frankreich, auf der anderen Seite Russland, der Iran und Syrien und dazwischen irgendwo Israel) ausgefochten wird.
Auch Chinas vorerst noch friedlicher Expansionskurs hält an und es stellt sich die Frage, wie lange dieses aggressive Wachstum von den anderen „Global Players“ noch geduldet wird.
Doch zurück in unsere lokalen Gefilde – welche Themen beschäftigen die Sicherheit in der Schweiz?
Die WEA ist erfolgreich gestartet und wie von jeder vorangehenden Armeereform verspricht man sich den Erfolg und die Lösung der erkannten Probleme und Defizite des abgelösten Modells. Den Erfolg und die Wirksamkeit hinsichtlich Einsatzbereitschaft, Personal und Ausrüstung wird man frühestens in ein paar Jahren beurteilen können. Bleiben wir kritisch, geben aber dem neuen Model die Chance, welche sie verdient hat.
Mindestens gleich wichtig für die militärische Landesverteidigung ist das lancierte Projekt „Air2030“. Hierbei handelt es sich nicht nur um die Zukunft der Luftverteidigung. Bei einem Scheitern steht die Zukunft der gesamten Armee auf dem Spiel. Hoffentlich zeigen die Politik, die Armeeführung und wir als Offiziere mehr Geschick als bei der Niederlage beim Urnengang zum Gripen.
Ein weiteres Thema, welches uns Offiziere beschäftigen sollte, ist die geplante Reform des Waffengesetzes beziehungsweise die unkritische Übernahme von EU-Recht ohne ernsthaften Versuch, den gegebenen Handlungsspielraum zu Gunsten der Schweiz auszunutzen.
Mit dem Vorwand der Terrorbekämpfung soll ein grosser Teil der anständigen Waffenbesitzer entmündigt werden. Die vorgebrachten emotionalen Argumente mögen nachvollziehbar und ihre Ursachen im Einzelfall tragisch sein; sie widersprechen jedoch einerseits dem liberalen Gedankengut in der Schweiz und gaukeln andererseits eine Scheinsicherheit vor. Lediglich ein kleiner Teil der verübten Anschläge und Gewaltverbrechen in der Schweiz und im umliegenden Ausland werden mit legalen Waffen verübt. Die strikte Anwendung der vorhandenen gesetzlichen Grundlagen würde also komplettausreichen, um den Schutz vor Waffenmissbrauch in der Schweiz zu gewährleisten.
Ich möchte Sie in meinem Vorwort ebenfalls dazu aufrufen, die anstehenden Anlässe der Offiziersgesellschaft Biel-Seeland in Ihrer Agenda zu reservieren. Nehmen Sie ihre Freunde und Bekannten mit und besuchen Sie unsere Anlässe, welche Sie auf Seite 9,19 und 14 dieses Bulletins finden.
Ich wünsche Ihnen eine schönen Sommer und freue mich, Sie zahlreich an einem der kommenden Anlässe begrüssen zu.

Kameradschaftliche Grüsse

Major Patrick Nyfeler

Präsident OG Biel-Seeland